Das Institut für Textilmaschinen und textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) an der Universität Dresden hat im Rahmen eines IGF-Forschungsvorhaben eine neuartige und hochproduktive Technologie entwickelt, welche die Vorteile des Kettenwirkens in effizienter Weise in die Flachstrickerei integriert. Eine Innovation, welche die Textilindustrie in vielen Bereichen
Kompressionstextilien mit optimalem Dehnverhalten

Kettfäden als Plattiermasche in Maschenreihe eingebunden.
Flachgestricke sind für ihre Flexibilität und Vielseitigkeit bekannt. Unter anderem kommen sie zur Herstellung von Funktionstextilien wie Kompressionstextilen zum Einsatz. Doch die traditionelle Flachstrickerei bietet nur begrenzte Möglichkeiten zur präzisen Steuerung der Dehnung in Längsrichtung. Mit der neuen Hybrid-Technologie des ITM ist dies Schnee von gestern. Denn das Verfahren erlaubt es, Kettfäden präzise Nadel für Nadel und synchron mit dem Strickvorgang in die Maschen einzubinden. Eingebunden werden die Kettfäden mit Plattiermaschen und Fanghenkel. Mit ihrer Anordnung lässt sich das Kraft-Dehnungsverhalten exakt steuern, was die Passform, Funktionalität und Haltbarkeit von z.B. Kompressionsstrümpfen erheblich verbessert.

Kettfäden als Fanghenkel in jeder Maschenreihe eingebunden.
Hohe Produktivität
Im Gegensatz zu traditionellen Methoden, birgt das fortschrittliche Verfahren einen weiteren Vorteil. Dadurch, dass Strickoperationen über mehrere Maschenreihen vermieden werden und das Einbinden der Kettfäden gleichzeitig und in einem Schritt mit der Maschenbildung der Grundstruktur erfolgt, lassen sich entsprechende Textilien enorm effizient und damit wirtschaftlich herstellen. Die Gesamttechnologie bestehend aus Vorzugskonzept und Bindung hat nicht nur in Kompressionstextilien Anwendungspotenzial, sondern in allen Maschenwaren, bei denen ein einstellbares Dehnungsverhalten in Maschenstäbchenrichtung erwünscht wird.
Vorteile der hybride Wirk-Strick-Technologie im Überblick:
- Optimale Steuerung des Dehnverhalten: Ermöglicht präzise Anpassung der Textilien an den menschlichen Körper.
- Längere Produktlebensdauer: Weniger Materialermüdung durch Überdehnung erhält die Funktion der Textilien.
- Effizientere Produktion: In dem zusätzliche Strickprozesse entfallen können die Textilien schneller und kostengünstiger produziert werden.
- Erweiterung des Anwendungsspektrums: Die Technologie kann Innovationen in vielen Bereichen der Textilindustrie anstoßen und neue Geschäftsfelder generieren.
Der Schlussbericht, IGF-Vorhaben 21967 BR, kann bei Interesse über den Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e. V., Berlin kostenfrei bezogen werden. Weiterführende Informationen sind am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) erhältlich.
Kontakt:
Sven Hellmann,Technische Universität Dresden, Fakultät Maschinenwesen, Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM). Mail: sven.hellmann@tu-dresden.de
TIPP:
Weiter Einblicke in das spannende Thema Hybride Strick-Wirk-Methode, mit der Möglichkeit Details nachzufragen, ergeben sich beim Technischen Ausschuss am 6. Mai 2025.